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Schwarze Zahlen-Magie

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Mein kleines Tagebuch im Wahljahr (6)

Eigentlich will man ja nicht immer auf das Versagen der anderen zeigen sondern viel lieber die eigenen Vorhaben vorstellen. Und so ist es gut, dass nun unsere Wahlprogramme zur Landtags- und zur Bundestagswahl online überprüfbar sind. Da kann man sich nun also genau informieren, was wir wollen, was wir umsetzen werden und warum. Und da hätte sich auch der Herr Dobrindt mal rasch einen Überblick verschaffen können, nachdem er seine Mathematikkenntnisse aufgefrischt hat. Dass man das mit dem Oberfranken Adam Riese bei der CSU jedoch nicht wirklich verinnerlicht hat, wissen wir ja spätestens seit dem Landesbank-Desaster.

Ein besonderes Glanzstück schwarzer Zahlen-Magie lieferte kürzlich der Herr Generalsekretär (Urbal Priols Begriff vom „Generalsekret“ passt da bestens): Der Grundrechenarten nicht mächtig kam der Mann aus FJS’ ehemaligem Wahlkreis auf eine Steuermehrbelastung für eine vierköpfige Alleinverdienerfamilie bei einem Bruttoverdienst von 3.000,– Euro von jährlich 3.500,– Euro. Wie er darauf kommt, bleibt sein Geheimnis. In Mathematik jedenfalls holt er sich eine glatte „Setzen! Sechs!“ ab. In Wahrheit würde diese Familie nach unseren grünen Steuerplänen um über 700,– Euro im Jahr entlastet.

Dummdreistes Dobrindt’sches Wahlkampfgetöse oder eher Unfähigkeit? Ich tendiere zu zweitem. Schließlich haben wir in den letzten Jahren schmerzlich erfahren müssen, was es heißt, wenn bei der CSU jemand den Rechenschieber in die Hand nimmt. Da werden schon mal die Lehrerstellen in Bayern schön gerechnet oder es verschwinden mal eben sieben Milliarden Euro im schwarzen Loch der Landesbank. Unser finanzpolitischer Sprecher im Landtag, Eike Hallitzky, hat es kürzlich bei einer Veranstaltung in Bamberg hervorragend dargestellt.

Sieben Milliarden Euro sind eine Summe, die nur schwer zu fassen ist. Man hätte Einiges damit machen können, zum Beispiel 32 Jahre lang die Studiengebühren kompensieren oder 220 Bamberger Bambados bauen oder 400 Jahre lang einen Nationalpark im Steigerwald subventionieren oder 875 mal die Firma Brose in Bamberg begrüßen oder 1.100 Jahre lang Bundesliga-Basketball auf Spitzenniveau finanzieren oder, oder, oder…

Zahlen(bei)spiele sind oft hilfreich und was das Grüne Steuerkonzept anbelangt, muss man einfach ein bisserl genauer hinsehen, darf Grundsicherung, Kinderfreibetrag u.s.w. nicht vergessen. Es geht um das zu versteuernde Einkommen, nicht um das Bruttoeinkommen! Und ja, es geht auch um eine gerechtere Verteilung der Steuerlast in unserem Land. 70% der Bundesbevölkerung verstehen und begrüßen das, die Bild-Zeitung hat es begriffen, nur der Herr Dobrindt mal wieder nicht. Adam Riese eingedenk darf er gerne zu mir zur Nachhilfe nach Oberfranken kommen…

Fotos: Klaus Fischer

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