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Don’t call it Schnitzel!

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Steigerwald: Nationalparkverhinderungsstrategie treibt absonderliche Blüten

22 BürgermeisterInnen aus dem Steigerwald unterzeichnen pressewirksam eine Resolution. Sie wollen der strukturschwachen Region auf die Beine helfen, sagen sie. Der Tourismus soll angekurbelt werden, sie sprechen von einem „Besucherstrom“ gar, den es zu lenken gilt. Dazu solle die Infrastruktur optimiert werden, mit Ladestationen für Elektroräder zum Beispiel und einer guten Beschilderung. Umweltpfade wolle man schaffen, pädagogisch hochwertig und sogar barrierefrei. Kulturelle Events sollen fortan den Touristenmassen geboten werden. Es gelte die Regionalvermarktung ebenso zu stärken sowie die Region wirtschaftlich, sozial und ökologisch zu entwickeln. Der Steigerwald solle bekannter und attraktiver werden. Immerhin haben die BürgermeisterInnen nun wenigstens gemerkt, dass es immer weniger Bürger werden. Dieser Landflucht aus der strukturschwachen Region will man jetzt entgegentreten und die Stärken des Steigerwaldes herausstellen.

Bis hierhin eine prima Sache! Genau dies fordern wir für den Steigerwald schon seit einer gefühlten Ewigkeit. Wir haben Entwicklungsmöglichkeiten für Tourismus und ÖPNV ebenso aufgezeigt, wie wir Fördergelder dargestellt und die Probleme auf dem Holzmarkt erörtert haben. Und wir sind in unserer Meinung gar nicht so weit von den Zielen besagter 22 BürgermeisterInnen entfernt, doch jetzt kommt der Knackpunkt:

Angetrieben von der Wahnvorstellung, das schlimme Wort „Nationalpark“ auf keinen Fall in den Mund zu nehmen, nennen die Zweiundzwanzig ihr Kind nun „Nachhaltigkeitsregion“.

Wow! „Nachhaltigkeitsregion“, der neue Smashhit der Tourismusbranche. Ein Begeisterungsschrei wie in einer aktuellen Schuhwerbung wird anheben, wenn ich meine Familie zu einer Fahrt in die „Nachhaltigkeitsregion“ zu motivieren suche. Der Begriff wird die Massen gleichsam in die Region saugen. Da ist der Dame und den Herren ein wahrer Knaller eingefallen!

Oder handelt es sich doch wieder nur um eine neue absonderliche Finte einer allzu offensichtlich aufgezogenen Nationalparkverhinderungsstrategie aus dem Hause Brunner/Eck (CSU)? „Besuchen Sie das Zentrum-Nachhaltigkeit-Wald in der Nachhaltigkeitsregion Steigerwald!“ Oder anders gesagt: Ein Motorsägenmuseum in der Region des Stillstands…

Liebe BürgermeisterInnen, wenn Ihr tatsächlich etwas bewegen wollt für die Region, dann hätte ich jetzt mal einen ganz heißen Tipp für Euch: Bemüht Euch um das Gütesiegel Nationalpark! Dann tut Ihr wirklich etwas für den Steigerwald, dann erreichen wir Verbesserungen für ÖPNV, Tourismus und Natur gleichermaßen und wirken Bevölkerungsschwund und Schulsterben entgegen.  So können die dringend benötigten Impulse tatsächlich gegeben und enorme Fördermittel generiert werden, so wird es dann wirklich nachhaltig. Die Region hat eine riesige Chance, wir müssen sie nur nutzen!

Aber bitte, bitte: Don’t call it Schnitzel! … oder Nachhaltigkeitsregion.

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