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“Reiche Eltern für alle!”

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Man hört ja nicht gerade viel von den Bamberger Freidemokraten, wenn aber, dann wird es manchmal ziemlich fragwürdig, so auch diese Woche:

Kaum waren viele Bamberger Studentinnen und Studenten am Mittwoch völlig zu Recht für mehr Platz an der Uni, für mehr Mitbestimmung in der Uni, für mehr bezahlbaren Wohnraum in der Stadt und für die überfällige Abschaffung der Studierengebühren in einem bunten Zug durch die Stadt gezogen, schon sah man sich im offensichtlich bildungsfernen Lager der Bamberger FDP bemüßigt, den studentischen Hilferuf kommentieren zu müssen:

Die Studierenden würden „gegen Probleme demonstrieren, die sich bereits in Lösung befinden“, meint doch tatsächlich der Bamberger FDP-Ortsvorsitzende, offensichtlich bemüht, seinen Parteikollegen und bayerischen Wissenschaftsminister Heubisch nicht ganz alt aussehen zu lassen.

Der Neubau auf dem Erba-Gelände würde ja Abhilfe schaffen, da ist dann wieder richtig Platz für Bambergs Studierende. Tatsächlich?

In kürzester Zeit hat sich, vornehmlich durch den doppelten Abiturjahrgang, die Zahl der Studierenden um satte 25% erhöht, fast 12.400 sind es nun. Der Wohnungsmarkt ist leergefegt. Schaffen da die wenigen neuen Appartements auf der Erba-Insel wirklich Abhilfe? Angesichts der Kosten vermutlich nur für Sprösslinge der FDP-Klientel, sicher kaum für Otto-Normal-Student. Und nachdem die Studierendenzahl um 3.000 angestiegen ist in unserer Stadt, ist es wohl nur selbstverständlich, dass auch mehr Raum für Forschung und Lehre geschaffen werden muss. Dieser Neubau schafft lediglich halbwegs Entspannung, eine Lösung, wie die FDP meint, ist er noch lange nicht.

Und dass ein Neubau nicht mehr studentische Mitbestimmung bringt oder gar die Studiengebühren abschafft, ist sowieso klar. Auch hier ist keine Besserung in Sicht, obwohl auf den Konten der bayerischen Unis rund 60 Millionen Euro aus den Studiengebühren herumlungern, die Einnahmen des laufenden Semesters noch nicht mitgerechnet…

Die Situation der Studentinnen und Studenten, nicht nur in Bamberg, und das Verhalten von Heubisch und seiner FDP sind treffliche Beispiele für die Entsolidarisierung unserer Gesellschaft. Heubisch hatte erst vor Wochenfrist getönt, auf den bayerischen Unis sei alles in bester Ordnung. Das ist eine ziemlich zynische Realitätsverweigerung. Zum Glück ist aber auch
bei der FDP alles in bester Ordnung: Eine saubere 2%-Lösung befindet sich hier auf dem Wege, das ist gut so!

Sehr schön auch die Lösungen, die die Studierenden anzubieten hatten:
„Reiche Eltern für alle!“

„Heubisch, mach Platz!“ – spätestens 2013 wird er das wohl müssen…

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