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Spaenle! Setzen! Sechs!

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Zu den jüngsten Auslassungen des bayerischen Kultusministers über das SPD-Bildungskonzept musste ich einen Leserbrief an unsere Zeitung schreiben, es ist kaum noch auszuhalten! Womit haben unsere Kinder diesen Minister verdient?

“Das Bildungskonzept der SPD darf freilich diskutiert werden. In jedem Falle beinhaltet das Papier gute Ansätze hin zu einem besseren Schulsystem. Mit Kuschel-Pädagogik, wie von einigen kritisiert, hat das Ganze jedenfalls nichts zu tun.

Wenn ausgerechnet Bayerns Oberlehrer Spaenle das Konzept als „pädagogische Bankrotterklärung“ abstempelt, dann macht ein Blick in dessen eigene Arbeitsbilanz Sinn:

Seine Mittelschule ist eine mittellose Schule. Das Konnexitätsprinzip missachtend lässt er Schulen und Gemeinden im Stich. Die Zeche zahlen die Kommunen und kurven fortan ihre Schüler auf eigene Kosten durch ihren Verbund. Der hiesige 4000-Seelen-Ort etwa rechnet mit jährlich € 48.000.

Dabei kann man Bürgermeistern und Schulleitern kaum verübeln, dass sie dieses Spielchen mitmachen. Es bleibt ihnen schier keine Wahl. Die einen müssen ihre Gemeinden attraktiv, die anderen ihren Hauptschulstandort und damit die eigene Position halten. Man rettet, was zu retten ist.

Einige denken aber auch schon weiter: Der CSU(!)-Bürgermeister von Denkendorf etwa würde mit der Nachbargemeinde gerne eine Gemeinschaftsschule gründen, scheitert mit dem entsprechenden Antrag bislang aber am sturen Spaenle.

So bleibt nur die Hoffnung, dass sich unser viergliedriges System dank des Schülerrückganges auf dem Lande von selbst überlebt. Pädagogisch wäre dies unbedingt wünschenswert, eine Besserung relativ einfach:

Gemeinsames Lernen schon bis zur sechsten Klasse würde dem Schulsterben entgegenwirken und gleichzeitig die Raumnot der weiterführenden Schulen lindern helfen. Aus pädagogischer Sicht besteht kein Zweifel. Das weiß ganz Europa, nur im Freistaat dauert es wieder länger. Unser System kritisiert sogar die Menschenrechtskommission (!) der UN!

Spaenles Vorrückend 2013 ist gefährdet. „Setzen, Sechs!“

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