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Schnapsidee Landkreisgymnasium

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Der Landrat hat mal wieder eine “Idee”…

Langsam aber sicher werden des Landrates Schnapsideen finanziell zu einer echten Belastung für Stadt und Landkreis Bamberg. Es wäre eben doch manchmal besser, nicht jeden Mist unbedacht porzellanladenelefantengleich hinauszuposaunen. Jetzt kommt uns eine „ergebnisoffene“ <sic!> Untersuchung teuer zu stehen, die am Ende belegen soll und wird, dass ein Neubau des Dientzenhofer-Gymnasiums im Landkreis nichts weiter als vollkommener Blödsinn wäre. Die Verbandsräte, die diese Untersuchung bei der jüngsten Sitzung des Zweckverbandes beschlossen, hätten das Geld dafür besser gleich an die anwesenden Rektorinnen und Rektoren der Bamberger Gymnasien verteilen sollen (Bedarf für zeitgemäße Ausstattung herrscht allüberall). So aber ist es schlicht zum Fenster hinausgeworfen…
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Foto: Berichte im “Fränkischen Tag” zum Thema Dientzenhofer-Gymnasium

Auf diesen erstaunlich dummen Beschluss folgen nun reichlich sinnlose Begehrlichkeiten. Selbstredend hätte die eine oder andere Gemeinde im Landkreis nun gerne dieses Gymnasium, das nie kommen wird. Schminkt es Euch lieber gleich ab in Hirschaid, Burgebrach, Hallstadt oder sonst wo. Welcher Schüler bitte würde sich bei der Auswahl „Bamberg oder Burgebrach“ für einen Schulbesuch auf dem Land entscheiden? Schließlich wollen die Gymnasiastinnen und Gymnasiasten nach Schulschluss auch gerne mal in der City abhängen. Langfristig gesichert dreizügig müsste ein solches Gymnasium mindestens sein. Das wird garantiert nichts. Gymnasien sind nicht sprengelgebunden. Im Kultusministerium lachen sie sich vermutlich jetzt schon kaputt.

Die Argumente, warum eine Verlegung des DG aufs Land auch inhaltlich nicht infrage kommt, wurden bei der Zweckverbandssitzung genannt, hielten die Verbandsräte aber nicht vom unsinnigen Beschluss ab. Das DG ist Seminarschule, da ist die Nähe zur Universität geradezu gefordert. Die Zusammenarbeit sportlicher Art zum Beispiel mit den Basketballern verlangt die Lage in der Stadt. Der Schülerverkehr in der Stadt und im Landkreis müsste neu geplant werden. Und die Zusammenarbeit mit dem Eichendorff-Gymnasium in der Oberstufe ist nur in unmittelbarer Umgebung zum Eichendorff-Gymnasium möglich. Drei Turnhallen weniger in der Stadt würde das sportliche Vereinsleben letztlich nur schwer verkraften, es fehlen jetzt schon Trainingsmöglichkeiten…

Da nun aber „ohne Denkverbote“ (Bambergs 2. Bürgermeister) alles geprüft werden soll, wird in einigen Landkreiskommunen nun fleißig diskutiert und damit vor allen Dingen für reichlich Verunsicherung unter den potentiell zukünftigen DG-Schülern und –Eltern gesorgt, was vermutlich schon im nächsten Schuljahr an sinkenden Anmeldezahlen zu sehen sein wird. Bravo, Herr Landrat! Besonders absurd wurde die Zweckverbandssitzung, als dann ein CSU-Kollege des 2. Bürgermeisters anregte, ob man nicht für DG und Eichendorff-Gymnasium über einen gemeinsamen Neubau nachdenken könne. Da war es dann ganz schnell vorbei mit der denkverbotsfreien Zone. So etwas käme überhaupt nicht infrage. So dumm wie die Untersuchung selbst aber ist der Vorschlag zumindest nicht.

Auch die klare Aussage, dass Lehrerkollegium, Schüler- und Elternvertretung des Dientzenhofer-Gymnasiums die Schnapsidee rundweg ablehnen, half den Verbandsräten nicht auf die Sprünge. Nun werden also „ohne Denkverbote“ Steuermittel durchs Dach geblasen, nur damit der aufgewärmte Gehirnschwurbel „Landkreisgymnasium“ am Ende als solcher entlarvt sein wird. Die Diskussion gab es ja vor Jahren schon einmal, Lerneffekt gleich null. Vielleicht wäre es besser, der Herr Landrat würde sich selbst manchmal ein Denk- und vor allem Sprechverbot auferlegen.

Übrigens haben wir  in Stadt und Landkreis Bamberg eine Gymnasiallandschaft, die wohl bayernweit ihresgleichen sucht: Neben den klassischen Gymnasialformen, einem musischen Gymnasium mit Kurzform und zwei Mädchengymnasien kann die Region mit der Gesamtschule Hollfeld (nur vier weitere in Bayern) und dem Spätberufenengymnasium Theresianum (ebenfalls nur vier weitere in Bayern) aufwarten. Hier sollte sich der Landrat einsetzen, für eine bessere Anbindung und Kostenübernahme der Schülerbeförderung nach Hollfeld und den Erhalt des Theresianums, anstatt durch die Bildungslandschaft zu trampeln.

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