www.andreas-loesche.com

He Coburg, alte Reichsbratwursthaut!

| 1 Comment

Plutokratie im Coburger Stadtrat

Wie wir dieser Tage erfahren durften, hast du 40 Leutchen in deinem Stadtrat sitzen. Und wie wir dieser Tage ebenfalls erfahren durften, sind 29 davon offensichtlich mit dem Klammerbeutel gepudert. 29 Coburger Stadträtinnen und Stadträte ohne jedwedes Geschichtsbewusstsein, 29 Hosen ohne Arsch drin, 29 mal die unumwundene Aussage: „Na klar, ich bin käuflich.“

Naja, ganz so unumwunden dann vielleicht doch nicht, schließlich trauten sich die 29 noch nicht einmal, ihre Zustimmung zu einer „Max-Brose-Straße“ öffentlich zu diskutieren. Ist den Herrschaften (wie man hört vornehmlich aus SPD , CSU, Freien Wählern und natürlich dem unvermeidlichen ödpler) dann wohl doch ein bisserl peinlich, dass sie sich vom Enkel des altgedienten NSdAPlers, Zwangsarbeiterbeschäftigers, Rüstungsprofiteurs und Wehrwirtschaftsführers haben kaufen respektive durch jahrelangen Spendenentzug für ihre jeweiligen Organisationen haben weichkochen lassen. Plutokratie nennt man so etwas gemeinhin. Eine mehr oder eher weniger wissenschaftliche Untersuchung ganz ohne Fußnoten sprich Quellenangaben, in Auftrag gegeben freilich durch den Enkel-Plutokraten darselbst, lieferte den Freibrief zur Straßenumbenennung.

Alter Franz Schwede! Da freut sich jener, der 1931 deutschlandweit als Erster seinen Nazihintern just in Coburg auf einen Oberbürgermeistersessel hiefen durfte, doch heute noch posthum ein Loch in sein Hinterteil. Und die Jungs vom Coburger Convent werden auch recht angetan sein, passt doch alles mal wieder bestens zusammen…

Aber Coburg, das wird ja jetzt noch nicht das Ende der Reichsfahnenstange gewesen sein, oder? Das Ganze hat doch Potential, back to the roots quasi. Das wird sicher ein Erlebnis der besonderen historischen Art, wenn dein Stadtrat erst auf Touren kommt und wir dann vom Hans-Dietrich-Platz durch die Horst-Wessel-Straße auf die Leni-Riefenstahl-Allee einbiegen, um durch den Reichsgarten vorbei an nur noch deutschen Eichen die Obersalzveste zu erklimmen.

Vielleicht aber sollten wir hier im Raum Bamberg den Mund auch nicht zu weit aufreißen, schließlich bearbeitet der betuchte Enkel auch hier schon erfolgreich die Gremien. Und auch hier schwarwenzelnschon einige Entscheidungsträger schmierig um den oberfränkischen Oligarchen. Wer weiß, wer hier wie abstimmt, wenn dieser eines Tages auf die Idee kommen sollte, den Berliner Ring mal rasch nach Opi benennen zu wollen…

One Comment

  1. Lieber Andy,

    ein hervorragender Kommentar zur Stadtratsabstimmung in Coburg – und auch der dezente Blick gen Bamberg… einfach klasse.

    Chapeau… lese ich immer wieder gerne.

    Herzlichste Grüße
    Christine

Leave a Reply

Required fields are marked *.

*