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Bei Drei auf dem Baum

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Egal ob CSU oder SPD, in Sachen Naturschutz torpedieren Bambergs Abgeordnete die Ziele der Kommunalpolitik

Alles andere als leicht hat es die Natur in Stadt und Landkreis Bamberg mit den Bundes- beziehungsweise Landtagsabgeordneten der Region. Ob Nationales Naturerbe oder Waldschutzgebiet, was Kommunalpolitiker begrüßen und auf den Weg bringen, wird von den Abgeordneten mit dem Hintern wieder eingerissen. Die Parteizugehörigkeit spielt dabei keine Rolle. Eher schon der blinde Glaube an Gewerbegebiete aller Art. Was bei Drei nicht geschützt ist, würde, ginge es nach MdLs und MdBs, abgeholzt und plattgewalzt.
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Ein Paradebeispiel gibt dabei in regelmäßigen Abständen der hiesige CSU-Landtagsabgeordnete, der sich gerne als Papagei der Staatsforsten geriert. Im Landtag stimmt er für die so genannte Lex Steigerwald und damit gegen sich selbst, hatte er doch im Kreistag zu Bamberg für die Einrichtung eines Waldschutzgebietes bei Ebrach votiert. Das nenne ich Rückgrat und Politik aus Überzeugung. Er ist eben dann doch zuallererst Seehofer-Vasall, dann Mitglied des Staatsforstenbeirates, dann vermutlich Vorsitzender der Forstwirtschaftlichen Vereinigung und möglicherweise ganz zuletzt Landtagsvertreter des Landkreises Bamberg, wenn überhaupt. Und was findet der Herr so schlimm an mehr Waldschutz? Den gewerblichen Schaden für die Staatsforsten. Da ist es schon viel besser, wenn der Harvester etwa die dreifache Fläche des zur Disposition stehenden Waldschutzgebietes nachhaltig niederwalzt.

Nicht viel besser (oder vielleicht doch nur extrem desinformiert?) agierte kürzlich der SPD-MdB der Region. Wenige Tage nachdem im Bamberger Stadtrat in seltener Einmütigkeit Vorfreude auf ein Nationales Naturerbe auf dem gemeindefreien Gebiet des Konversionsgeländes herrschte, spielte sich der SPD-MdB plötzlich als Retter der Gewerbetreibenden ins Rampenlicht. Auch seinem Zutun sei es zu verdanken, dass der Beschluss über jenes Nationale Naturerbe zunächst einmal ausgesetzt sei. Viel wichtiger seien doch Gewerbeflächen, das Allheilmittel offenbar für und gegen alles, Steuereinnahmen, Arbeitsplätze, bla, bla, bla. Interessant dabei sind die Größenordnungen: Während im Steigerwald 775 von 17.000 Hektar Staatsforst aus der Nutzung genommen wurden, umfasst das mögliche Nationale Naturwerbe an Bambergs Stadtgrenze gerade einmal 330 Hektar. Nicht einmal diese lächerlichen Flächen gönnt der gemeine Abgeordnete aus dem Raum Bamberg der Natur so ohne Weiteres.

Da wundert es wenig, dass sich so mancher Abgeordneter (obwohl er dafür gestimmt hatte, siehe oben) von der Ausweisung des Geschützten Landschaftsbestandteiles „Der Hohe Buchene Wald“ überrumpelt fühlt. Dabei ging alles seinen geregelten Gang, nur eben nicht mit lautem Getöse. Der Altlandrat wusste schon warum, schließlich ist vor den Herren MdLs und MdBs kein Schutzgebiet sicher, wenn sie es beizeiten mitkriegen…

 

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