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Der Zentralorganist der Windkraftgegner

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Die windschiefen Weisheiten des hwp

Wann immer man in der hiesigen Lokalzeitung „Fränkischer Tag“ (FT) die journalistischen Versuche des Redakteurs hwp zum Thema Windkraft lesen muss, wird es skuril. Gleichsam märchenhaft taumelt der Schreiber einer eigenen Wirklichkeit entgegen, deren Absurdität ihresgleichen sucht. Dabei folgt der Verfasser mit messerscharf „kritischem Blick“ (FT vom 05.04.2014) einer Argumentationslinie, wie sie selbst am Stammtisch erst nach gehörig Biergenuss verstanden wird. Hier besonders Schräges aus zwei Jahren Investigativ-Journalismus der Extraklasse:null

Zunächst lernen wir und staunen nicht schlecht: „Alle bisher aufgestellten (Windräder) haben sich als zu niedrig erwiesen, um wirtschaftlich zu sein, obwohl ihre Bauherren so etwas wie herrliche Zeiten versprochen haben. Vom ökologischen Sinn ganz zu schweigen.“ (hwp, FT vom 25.02.2012). Woraus dann natürlich folgerichtig abgeleitet werden muss: “Fest steht aber, dass mit Kosten von 4,3 Millionen Euro pro Windrad, die über den Strompreis finanziert werden, gute Gewinne zu machen sind.” (ebd.). Die Argumentation leuchtet ein: Man setze einfach vollkommen unwirtschaftlich Millionen in den Sand, um so das große Geld zu machen. Das ganz große Konzept. So kommt die Volkswirtschaft auf Touren. Klar, dass sich daher auch vielerorts Bürgerinnen und Bürger zusammenschließen, um genossenschaftlich ihre Ersparnisse mit Windkraftanlagen in den Wind zu schießen.

In der wunderbaren Welt des hwp geht es aber noch besser, denn schon alleine die Tatsache, dass die Projektanten offensichtlich windhöffige Gebiete bevorzugen zeige, „dass … mit der Aufstellung der Rotoren der Profit bereits gemacht sei. An einer Stromerzeugung seien sie finanziell gar nicht mehr interessiert.“ (FT vom 05.04.2014). Während also im Februar 2012 die „weit entfernten Interessengruppen“ (ebd.) noch mit unwirtschaftlichen Windrädern absahnten, was das Zeug hielt, machen sie schon zwei Jahre später allein durch ihre Investition, sprich das Aufstellen der Rotoren, den großen Reibach. Eine bestechende Logik.

Da nimmt es dann auch wenig Wunder, dass unser Windkraftexperte „von Gewerbesteuereinnahmen aus Windparks … hierzulande noch nichts gehört“ (ebd.) hat. Wozu auch recherchieren? Windräder sind also mithin „volkswirtschaftlich … ein kostenspieliger Unfug“ (ebd.), „an einen wirtschaftlichen Nutzen für die Allgemeinheit glaubt der Branchenkenner <sic!> nicht.“ (FT vom 25.02.2012).

Braucht er auch nicht, schließlich erinnern Windräder in unseren Breiten „eher an die Zuchtversuche von Ananas in Alaska“ (FT vom 05.04.2014) und bergen darüber hinaus noch ein unkalkulierbares Risiko: „Irgendwann wird man die Windräder nicht mehr brauchen.” (FT vom 25.02.2012). Und dennoch werde alles „einer Form der Energiegewinnung geopfert, deren Zukunftsfähigkeit nicht erwiesen ist.” (ebd.), denn „seit Fukushima „… habe es einen Sinneswandel gegeben ohne kritisches Hinterfragen solcher Anlagen, deren Wert im Binnenland fraglich sei.“ (ebd.)

Zum Glück aber hinterfragt der Energiefachmann des FT „mit kritischem Blick“ (FT vom 05.04.2014) und stets ausgewogen und entlarvt bei Betreibern wie Befürwortern der Windkraft „ein leicht zu durchschauendes Manöver“ (ebd.): Windräder würden Stromtrassen verhindern, unterstellt er sachkenntnisreich und lässt directement einen weiteren Kenner der Szene zu Wort kommen: „Mit einem neuen Gaskraftwerk bei Grafenrheinfeld muss es weder weitere Windräder und schon gar nicht eine neue Stromleitung … geben“ (ebd.). Chapeau! Da haben wir die Lösung: Damit auch wirklich keine Gemeinde „… von der Energiewende besonders betroffen <sic>“ (FT vom 28.07.2012) wird, bewahren uns die unerschöpflichen Gasvorräte Russlands vor der Energiewende vor Ort. Ein Konzept mit Zukunft, denn „schon in fünf Jahren könne es neue Formen der Energiegewinnung geben, die die Windräder von heute wieder zu Statisten degradierten“ (FT vom 25.02.2012).

Und weil uns, der dummen Leserschaft, ein derart grandioser Weitblick in die Zukunft unserer Energieversorgung nicht gegeben ist, verneigen wir uns vor dem Energieexperten des „Fränkischen Tags“ und danken ihm für die Rettung unserer Heimat.

3 Comments

  1. Damit hat hwp die güldene Zitrone für rückständige Presseberichterstatter verdient!

    - und bitte dringend einige Monate Nachhilfe dazu.

  2. naja, grünes ideologisches Geschwätze auf welches in der Mehrheit der Bevölkerung eh keiner mehr was gibt, Herr Lösche ist sicher der richtige Fachmann mit dem ganz großen Durchblick. Herr Lösche soll uns doch mal die Physik erklären, mir der er die Energiewende schaffen will, besonders interessieren würde schon, woher die Energie kommen soll, wenn wir keine Kern-, Kohle- und Gaskraftwerke mehr haben, wir produzieren dann halt nur noch, wenn die Sonne scheint und der Wind weht, wunderbares Deutschland, wir laufen auf eine grandiose Zukunft zu.
    Gott sei Dank gibt es noch ein paar Politiker, die etwas mehr davon verstehen als Herr Lösche! :-)

  3. Herr Ruder,

    wenn die Energie mal nicht langt, kommt der nötige Strom aus dem Europäischen Verbundnetz, was auch Kernkraft, Kohle und was man in Deutschland nicht mehr haben will, bedeutet.

    Ist ja heute schon bei den Anbietern die vortäuschen man bekäme 100% Ökostrom. Ist auch aus einem Stromsee mit allen Erzeugungsarten. Denke mal nicht das die Endkunden da extra Leitungen gelegt bekommen.

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