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Helloween am Volkstrauertag

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Mein (persönliches) Fazit zur Landtagswahl

Dass es dann doch so schlimm kommt am 15. September, damit hatte ich jedenfalls nicht gerechnet. Als um 18.01 Uhr die 8,5% über den Bildschirm flimmerten, war klar: Das mit unserem Bamberger Landtagsmandat würde jetzt kaum noch klappen können. Sehr schade. Dennoch, es war ein toller Wahlkampf mit vielen guten Momenten, einer Menge an Terminen, Podiumsdiskussionen, Infoständen und natürlich ungezählten Kilometern beim Flyer-Verteilen und Plakate hängen. Der Wahlkampf hat sehr viel Spaß gemacht und ich danke allen für ein achtbares Erststimmenergebnis von 11,5% in meinem Stimmkreis!

Und doch fühlte sich dieser im wahrsten Sinne des Wortes schwarze Sonntag irgendwie wie Helloween am Volkstrauertag an. Energiewende, Bildung, Mitbestimmung, Steigerwald…, vieles wird in Bayern über Jahre weiter auf Eis liegen. Am Ende der jetzt beginnenden Legislaturperiode wird die CSU satte 61 Jahre ununterbrochen in Bayern an der Regierung gewesen sein, unbeschadet von all den Affären, all der Misswirtschaft und der ausgeschamten Selbstbedienermentalität. Fidel Castro schaffte in Kuba gerade einmal lächerliche 49 Jahre.

 

Nimmt man die Gesamtstimmenzahl, dann haben wir Grünen in Bamberg Stadt und Land unser Ergebnis bei der Landtagswahl nochmals deutlich verbessern können: Gegenüber 2008 legten wir um über 3.100 Stimmen zu, umgerechnet wären dies etwa 0,8%. Damit festigt Bamberg neben Ansbach, Würzburg und Nürnberg weiter seinen Ruf als fränkische Hochburg der Grünen.

An Bamberg Stadt und Land lag es also nicht, dass das Hauptziel, nämlich endlich ein grünes Landtagsmandat in die Region zu holen, gescheitert ist. Dazu reichte das oberfränkische Gesamtergebnis von 7,1% nicht aus, es hätten etwa 8,1% sein müssen, wonach es den Umfragen zu Folge noch kurz vor der Wahl auch ausgesehen hatte. Dieses Mandat wäre verdient an Ursula Sowa gegangen, die einmal mehr enorm viele Stimmen sammeln konnte und am Ende auf Platz 2 unter den oberfränkischen Grünen landete. Somit ist sie erste Nachrückerin. Für mich reichte es am Ende nur bis auf Platz 4 der Liste, ich hatte mir eigentlich den dritten Platz vorgenommen, diesen aber knapp verfehlt. Mein Erststimmenergebnis liegt mit 11,5% im Bereich dessen, was Ulrike Heucken bei der Bezirkstagswahl (11,8%) erreichte. Das ist also in Ordnung, gehapert hat es bei den Zweitstimmen in Bamberg-Land. Hier zeigt sich einmal mehr, wie schwierig es ist, einen so großen Landkreis flächendeckend zu beackern.

Das bayerische Gesamtergebnis der Grünen ist nicht schön, aber gleichzeitig auch nicht so bedrohlich, wie gelegentlich dargestellt. Allerdings hatten uns die Umfragen der letzten Monate doch ein deutlich besseres Abschneiden vorausgesagt. Insgesamt konnten wir in Bayern weiter an Nettostimmen zulegen, die gestiegene Wahlbeteiligung fing dies aber wieder auf, vor allem, weil Oberbayern kaum zugelegt hat. Das aber liegt an den nun fehlenden 120.000 Zweitstimmen, die uns Sepp Daxenberger noch bei der letzten Wahl beschert hat. Er fehlt uns einfach sehr, der Sepp! Und wahrlich nicht nur der Stimmen wegen.

Fehlen werden der neuen Landtagsfraktion übrigens auch einige wichtige grüne VorkämpferInnen der letzten Jahre, das ist sehr bedauerlich. Die Landesvorsitzende Theresa Schopper etwa hat es in Schwaben nicht mehr geschafft und Fraktionsvorsitzender Martin Runge, dem immerhin der Mollath-Untersuchungsausschuss zu verdanken ist, scheiterte an der reduzierten Mandatszahl der oberbayerischen Grünen. Hoffen wir, dass sie beide weiter machen. Das Wahlverhalten der Menschen zeigt vor allem deutlich: Wir brauchen bekannte Köpfe, die unsere Inhalte glaubwürdig transportieren. Die neue Fraktion wird sich erst zusammen finden müssen. Gut, dass wir mit Markus Ganserer jetzt einen Nürnberger im Landtag haben, bei dem das Thema Nationalpark Steigerwald in guten Händen ist…

Der Sonntag ist verdaut, mit neuem Schwung geht es jetzt Richtung Kreistagswahl im März 2014…

Die Landtagswahl in Bamberg Stadt und Land in grünen Zahlen:

Gesamtstimmen Grüne in den Stimmkreisen Bamberg Stadt und Land zusammen:

2008: 17.616

2013: 20.788

(+ 3.100)

Davon bei Bamberger KandidatInnen verbliebene Stimmen:

2008: 12.700

2013: 16.900

(+ 4.200)

Daraus wiederum bei den Bamberger DirektkandidatInnen verbliebene Stimmen:

2008: 11.600

2013: 15.800

(+ 4.200)

3 Comments

  1. Muß man damit leben. Ändern kann man es eh nicht.

  2. Der Vergleich von Bayern und Kuba ist ziemlich daneben. Ich hoffe mal, daß es Kuba ist, von dem Du keine Ahnung hast. Vielleicht fragst Du mal nach etwa bei Amnesty International oder schaust in den Amnesty Report 2013 über Kuba.

  3. Wo steht denn da ein Vergleich zwischen Bayern und Kuba? Da findet sich lediglich ein Zahlenspiel, welches längst ein geflügeltes Wort in der Politik ist, wenn es um die Regierungsdauer der CSU in Bayern geht, wahrlich nichts Neues und garantiert kein Vergleich der Lebensverhältnisse…

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