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Zukunftsrat hat keine Zukunft

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Da bleibt die Staatsregierung lieber beratungsresistent…

Manchmal hat man sogar in Reihen der CSU eine gute Idee, vor knapp zwei Jahren war so ein seltener Moment, da kam man in der Staatskanzlei darauf, ein Zukunftsrat möge fortan der Staatsregierung beratend zur Seite stehen. Nun aber begibt es sich, dass die 22 Herrschaften des Zukunftsrates ihre Aufgabe offensichtlich ernst nehmen und der Staatsregierung tatsächlich Vorschläge unterbreiten, sich teils gar trauen dieser zu widersprechen. Das ist der CSU natürlich zu viel des Guten. Und so ist nun davon auszugehen, dass der Zukunftsrat schnell wieder der Vergangenheit angehört. Wäre ja noch schöner, wenn hier einer schlauer sein will als die unfehlbare Staatsregierung…

Dabei besteht der Zukunftsrat durchaus aus ehrenwerten Mitgliedern. 22 Herrschaften aus Wirtschaft, Unternehmensberatungen oder von den bayerischen Universitäten beschäftigen sich mit Zukunftsfragen des Freistaates. Nur leider eben liefern sie Ergebnisse, die der CSU so ganz und gar nicht in den Kram passen. Da hatte der Auftraggeber wohl eine andere Intention: „Seht her, die Experten sehen das auch so!“, wollte man hören, stattdessen das glatte Gegenteil:

Für Aufsehen sorgte die Räte bereits in ihrem ersten Gutachten 2010, in dem sie unter anderem eine Stärkung der Ballungsräume forderten. Das nördliche Franken könne man getrost nach Thüringen abgeben, war, überspitzt formuliert, die gewagte These des Rates. Das hat durchaus seinen Charme, vielleicht würde Oberfranken in Thüringen etwas ernster genommen…

Vollkommen aber verärgert nun das 2011-Gutachten die Staatsregierung: Da fordert der Zukunftsrat doch tatsächlich einen Ausbau der ökologischen Landwirtschaft (hört, hört! Zur Erinnerung: Die Mitglieder des Rates kommen vornehmlich aus der Wirtschaft), moniert das von der CSU stets forcierte Betreuungsgeld und (und jetzt kommt der dickste Brocken) stellt fest, dass ein Nationalpark für den Steigerwald geradezu die Ideallösung wäre, aus ökonomischer Sicht, versteht sich, als Motor für die Entwicklung der strukturschwachen Region, als Initialzündung für eine nachhaltig tragfähige Zukunft für die Menschen zwischen Bamberg und Würzburg.

Das ist zuviel für die CSU, wer schließlich braucht eine Zukunft, die keine CSU-Zukunft ist? Gerade erst hatten Brunner, Seehofer und Co. das Thema Nationalpark zu den Akten gelegt. Wer braucht schon Berater, die das Gegenteil von dem raten, was man selbst gerade getan hat?

Und so wird der Zukunftsrat wohl wieder eingeschläfert werden, bevor die Herrschaften weitere eigene Ideen entwickeln. Da bleibt man bei der CSU lieber beratungsresistent…

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