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Erstaunliches aus Aschbach

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Bei unserem dritten Besuch in der Asylbewerberunterkunft erfahren wir Erfreuliches

Es geschehen Zeichen und Wunder in der Unterkunft für Asylsuchende in Aschbach, seit meinem letzten Besuch hier mit unserem Uffenheimer Bundestagsabgeordneten Uwe Kekeritz hat sich tatsächlich einiges zum Besseren entwickelt. Wir waren wieder einmal da und staunten nicht schlecht: Die Dachfenster wurden tatsächlich erneuert, die Flure gefliest, die Wände gestrichen. Besonders beeindruckend aber das Engagement der ehrenamtlichen Aschbacherinnen und Aschbacher, die sich in bewundernswerter Weise für die Flüchtlinge einsetzen. Und doch gibt es auch weiterhin Probleme, welche deutlich machen, dass eine dezentrale Unterbringung eben doch die wesentlich bessere Alternative wäre.

Zunächst aber die wirklich positiven Entwicklungen, die in erster Linie mit dem wunderbaren Einsatz einiger Menschen aus Aschbach selbst zu tun haben. Mittlerweile gibt es einen kleinen Kindergarten im Haus und eine Vorschule, ehrenamtlich organisiert. Hier wird deutlich, was möglich ist, wenn vor Ort die Bereitschaft entsteht, den Flüchtlingen helfen zu wollen. Die Vorschule etwa wird von einer pensionierten Lehrerin gehalten. Sprachkurse werden organisiert. Respekt! Einmal pro Woche kommen Arzt und Arzthelferin in die Unterkunft und kümmern sich um die Asylsuchenden. Mittwochs ist der AWO-Migrationsdienst da und hilft mit seiner Asylsozialbetreuung. Viele Spenden sorgten dafür, dass inzwischen Tischtennis gespielt werden kann und Fitnessgeräte zur Verfügung gestellt wurden. Die Hausverwalterin besorgt regelmäßig Fahrräder und die Bevölkerung erfreut die Kinder mit Spielsachen. Ein Begegnungsfest half Berührungsängste und Vorurteile abbauen. Alles in allem eine wirklich erstaunliche Entwicklung seit unserem ersten Besuch im August des Vorjahres.

Auch baulich hat sich allerhand verbessert. So wurden die Dachfenster erneuert, es regnet also nicht mehr in die Zimmer. Die Gänge wurden gefliest und gestrichen, das sieht nun nicht nur freundlicher aus, sondern ist auch leichter sauber zu halten. In den Zimmern selbst stehen indes Kühlschränke und die Heizung soll, wie wir hören, ebenfalls auf Vordermann gebracht werden. Worauf all diese Verbesserungen und das Umdenken der Hausverwaltung zurückzuführen sind, fragen wir. Es sei einfach ein gutes Team vor Ort entstanden, die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die enormen Zeitaufwand betreiben und damit dem Staat auch etliches an Kosten sparen, der Rektor der Schule, der Pfarrer…

Und wir denken uns, ob es nicht doch gut war, vor einigen Monaten auch öffentlich auf die Missstände hinzuweisen. Uwe Kekeritz’ Schreiben an den damaligen Landrat (der dann nicht mehr mit ihm reden wollte), die Berichterstattung im Bayerischen Rundfunk und in diversen anderen Medien werden sicher auch ihr Schärflein dazu beigetragen haben, dass das Haus nun in besserem Zustand ist. Eine alles andere als ideale Unterbringung bleibt das Gebäude aber dennoch. Die ÖPNV-Anbindung ist einfach zu schlecht, um etwa die Ämter in Bamberg zu erreichen. Und man erzählt uns, dass ein Busfahrer des VGN regelmäßig Flüchtlinge stehen lässt oder gar wieder aus dem Bus wirft und sie mit Schimpftiraden bedenkt. Wir werden hier nachhaken.

Die geschilderte Entwicklung hin zu einem guten Miteinander im Ort soll nicht heißen, dass es vor Jahresfrist noch kein ehrenamtliches Engagement gab. Dieses war durchaus im Entstehen, nun aber merkt man, was es bewirken kann. Leider aber ist das Bemühen um Integration in Gefahr und die Ehrenamtlichen machen sich Sorgen. Waren es bis vor einiger Zeit vorwiegend Familien mit Kindern, die nach Aschbach kamen und so für eine einigermaßen homogene Belegung der Unterkunft gesorgt war, so kamen in letzter Zeit verstärkt allein stehende junge Männer an, aus Russland, Weißrussland oder dem Kosovo. Das birgt allerhand Konfliktstoff und sorgte regelmäßig für teils handgreifliche Auseinandersetzungen unter den Bewohnern, die auch schon mit Krankenhausaufenthalten endeten. Auch hier zeigt sich, dass kleinere Einheiten in Stadtnähe die wesentlich bessere Form der Unterbringung wären, insbesondere für die Flüchtlinge, die mit einem längeren Aufenthalt rechnen können, wie etwa die Familien aus Syrien, die gerade am Mittwoch nach langer Flucht in Aschbach angekommen waren. Wünschenswert wäre letztlich, dass sich die Behörden Gedanken um die Zusammensetzung in den Unterkünften machen würden. Menschen aus Russland und Tschetschenien etwa in einem Haus, das birgt unweigerlich Konfliktstoff. Eine Gemeinschaftsunterkunft übrigens ist Aschbach bislang nicht, der Bezirk verweigert die Abnahme. Vielleicht ist das auch besser so…

4 Comments

  1. Sehr geehrter Herr Lösche, ich bin beeindruckt von Ihrem Engagement
    und finde es wesentlich, daß dieser Bericht auch ans Landratsamt Bamberg geht
    (zB Frau von Plettenberg)
    oder auch an den Fränkischen Tag

    Ich bin Mitarbeiterin FsF Schwerpunkt: BA/Breitenau und etwas in roßdach
    Lenemarie Funck-Späth

  2. Herzlichen Dank, Frau Funck-Späth,
    das ist eine sehr gute Idee, ich werde Uta von Plettenberg eine entsprechende Nachricht senden. Im BR soll in Kürze auch noch ein Beitrag folgen…
    Viele Grüße von Andreas Lösche

  3. Hallo Herr Lösche

    Leider sieht die Realität nicht so aus, wie Sie es beschreiben. Die Heizung funktioniert nicht. Dadurch sind Legionellen im Wasser. Die Menschen können dort seit fast einer Woche aus GESUNDHEITLICHEN Gründen nicht mehr Duschen !!!

    Das Gebäude wurde oberfläch saniert. Der Schimmel in den Wänden und hinter den Panelen ist immer noch da –> Gesundheit ?? Hier geht es wohl eher ums Geschäft. Jeder Beherbergungsbetrieb wäre umlängst geschlossen worden.

    Wanzenbefall in den Zimmer, dass diese nicht mehr bewohnbar sind. Ebenfalls ist die gesundheitliche Versorgung auch sehr fragwürdig. Denn die Menschen die an Schimmelpilzen,Sporen,Legionellen erkranken, haben logistisch keine Möglichkeit zum Artzt zu kommen. Dafür hat man sie ja extra weit weg vom Schuß gesetzt.
    Aus den Augen, aus dem Sinn!

    Aber die Betreiberin verdient ja immerhin gutes Geld. Desweiteren werden immer mehr Flüchtlinge in anderen nicht offiziellen Gebäuden untergebracht.

    Aber wo kein Kläger da kein Richter…Die Frage lautet hier wirklich, ob der Standort hier bei uns so geeignet ist, da dieser auch seitens Regierung aufgrund der schlechten Infrastruktur nicht überwacht werden kann.

    Neben den nächtlich Gewalt-exzessen fühlt sich auch keiner Verantwortlich.

    Wir engagieren uns gerne für unsere Mitmenschen, aber das Signal wird falsch verstanden: Doch nur weil es die Regierung nicht macht und die Betreiberin nur abkassiert !!!

    Das wir und die Flüchtlinge völlig hilflos sind, ist wenn überhaupt maximal eine Schlagzeile in der Zeitung.

    Ich hoffe Sie engagieren sich tatsächlich für uns und mißbrauchen Aschbach nicht als Propaganda . Denn die Menschen erkranken weiter in so einem Gebäude!

    Vielen Dank und Grüße

  4. Herzlichen Dank für Ihren Kommentar! Ich hatte die Situation in Aschbach ja auch schon deutlich dramatischer beschrieben (http://www.andreas-loesche.com/?p=920), wenn allerdings stimmt, was Sie schreiben, dann müssen wir dringend wieder handeln! Die von Ihnen beschriebenen Mängel (Heizung, Schimmel etc.) waren im Sommer kurz nach den Schönheitsoperationen so nict zu erkennen.
    Könnten wir bitte direkt in Kontakt treten?
    Vielen Dank und beste Grüße
    Andreas Lösche

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